Die Welt nach Covid

Wie geht es nach Covid weiter? Was wird sich ändern, was wird wieder so wie vorher? Nur eines ist klar: die Zukunft wird nicht so sein, wie wir sie uns noch vor wenigen Monaten vorgestellt hatten. Auch wenn niemand sagen kann, wie genau diese Zukunft aussieht, so kann man doch einge Trends aus dem gegenwärtigen Geschehen herauslesen.

  1. Endlich: der Durchbruch des home office oder der Arbeit aus der Ferne

Das ist eine grundlegende, positive Entwicklung. Die plötzliche Zunahme des homeoffice , sieht man von notorisch hinterher hinken öffentlichen Verwaltungen ab, wird sich nicht mehr aufhalten lassen. Auch wenn das eine gewisse Nostalgie für das Treffen mit dem Kollegen in der Kaffeepause auslöst, die strenge Trennung von Zuhause und Arbeitsplatz ist vorbei. Aber es muss auch gewarnt werden: nicht alles kann im Home Office erledigt werden, aber dennoch wird sich ein neues Gleichgewicht mit deutlich höheren Anteil an homeoffice einpendeln. Aber das Home Office ist kein Ersatz für eine mangelnde Digitalisierung der Arbeitswelt und es bedarf der Organisation und einiger Spielregeln für eine derart verteilte Belegschaft.

  • Flexible Teams ersetzen starre Strukturen

Die Dringlichkeit Lösung für akute Probleme im Angesicht der Pandemie zu finden und umzusetzen, hat dazu geführt dass sich Menschen die sich sonst in Revierkämpfen verloren haben daran gemacht haben Probleme schnell und ohne hierarchische Rücksichtnahme zu lösen. Nur so konnte man in kurzer Zeit die Überlebensfähigkeit der Unternehmen sicherstellen. Die Leistung, die hierbei erbracht wurde, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Wirtschaft hat gezeigt, dass sie agil reagieren kann. Sie ist in der Lage Strategien und Strukturen sowie die daran beteiligten Menschen und die zugrundeliegenden Prozesse schnell anzupassen und mit der notwendigen Technologie zu unterlegen. Diese Erfahrung wird dazu führen, dass sich Unternehmen stärker dezentralisieren und in stärkerem Maße auf Fachwissen stützen und dieses in problem- und situationsbezogenen Teams bündeln werden.

  • Resiliente Lieferketten

Die Krise hat gezeigt das der einseitige Blick auf die Optimierung von Lieferketten unter Kostengesichtspunkten ausgedient hat. Lieferketten müssen flexibler und nach Möglichkeit kürzer werden. Dabei sollte ihre Belastbarkeit und die Geschwindigkeit bei ihrer Benutzung steigen. Es geht nicht darum in möglichst entfernten Regionen der Welt zu möglichst geringen Kosten zu produzieren sondern auch insgesamt das Risiko im Auge zu behalten und die Abhängigkeit von einer einzigen Lieferquelle oder sogar einem einzelnen Land zu verringern .

Solche Lieferketten sind intelligent, kundennah und flexibel. Durch den Einsatz modernster Technologien – flexible Robotik, additive Fertigung, künstliche Intelligenz – wird sich das charakteristische einer Produktion verändern. Produktion zu vernünftigen Kosten und beherrschbarem Risiko wird nahe beim Verbraucher stattfinden.

  • Langfristigeres Denken und Nachhaltigkeit

Die COVID 19 Krise hat eine überhitzte Welt zur Vollbremsung gezwungen. Es hat sich auch gezeigt, dass vieles möglich ist, was vorher unmöglich erschien. Quartalsprognosen großer Unternehmen waren Makulatur, die strenge Trennung von Staat und Wirtschaft ist mit dem Einstieg bei systemrelevanten Unternehmen aufgehoben, Budgets werden staatlich und in Unternehmen neu verteilt und es wird auf Flexibilität geachtet, da man die Krise in ihrem Verlauf nicht genau vorhersehen kann.

Digitale Technologien und die Ausbildung der Menschen in einer solchen Welt zu agieren und Werte zu schaffen werden zum Erfolgsfaktor der Zukunft.

All dies geschieht mit dem Blick auf Nachhaltigkeit und Sicherheit. Worin unterscheidet sich die Pandemie von der Entwicklung des Klimas? Ist sie nicht nur eine schnellere, fokussierte Version einer über eine Dekade sich verschlimmernden Klimakrise, die dann aber nach einem tipping point nicht mehr durch staatliche Rettungspakete gelöst werden könnte. Beides sind zwei Seiten eines lebensbedrohenden Problems, das nur durch gleichzeitiges Augenmaß in der Reaktion und globales Handeln gelöst werden kann.

  • Berührungslose Wirtschaft

Es greift zu kurz den Sieg des online Handels zu verkünden. Natürlich erlebte dieser einen Wachstumsschub, aber viel wichtiger ist, dass zahlreich Unternehmen Modelle der kontaktfreien Interaktion mit dem Verbraucher entwickelt haben und weiterentwickeln. Die Digitalisierung des Verkaufs wird die Krise überdauern. Wer sie erneut zurückstellt, weil er meint, dass die Krise vorbei ist wird verlieren.

Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus der Pandemie: Begriffe wie Digitalisierung, Internet of Things oder Industrie 4.0 waren zwar in aller Munde, aber vor der Pandemie eher langsam in der Umsetzung. Covid 19 hat diese Prozesse extrem beschleunigt und die Antwort der Wirtschaft auf die Pandemie ist auch eine Chance für den Standort Deutschland.

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